Andrea Pozzo wurde am 30. November 1642, vor 375 Jahren, in Trient geboren. Er besuchte die Jesuitenschule der Stadt, wo seine künstlerische Begabung erkannt und gefördert wurde. Wie sein Bruder trat er zunächst in den Orden der Beschuhten Karmeliten ein, entschied sich aber im Jahr 1665 für die Gesellschaft Jesu. Nach Beendigung des Noviziats förderte der Orden die weitere Ausbildung des jungen Laienbruders mit Studienreisen nach Venedig und Genua. Neben ersten Arbeiten für den Orden übernahm Pozzo bald auch Aufträge für die Ausschmückung von Adelspalais. Ende des Jahre 1681 wurde Pozzo schließlich ins Jesuitengeneralat nach Rom gerufen. Dort malte er zunächst die Fresken im Gang vor dem ehemaligen Zimmer des hl. Ignatius, danach folgten mit der Ausgestaltung der Kirche S. Ignazio und der Ignatiuskapelle in der Kirche Il Gesù die berühmten römischen Aufträge. Gleichzeitig arbeitete Pozzo an seinem großen theoretischen Traktat über die Perspektive in Malerei und Architektur, dessen erster Band 1683 erschien. Die erste Gesamtausgabe dieses Lehr- und Musterbuches wurde 1702 gedruckt und war Kaiser Leopold I. gewidmet.

In Wien hatte sich der Meister des römischen Barock durch seine Arbeiten – Ölbilder, Fresken und Festdekorationen ebenso wie Kirchenfassaden, -innenräume und Altäre – längst einen Namen gemacht. Und obwohl Pozzo weltlichen Interessenten immer öfter absagte, folgte er im Jahr 1702 dem Ruf des Kaisers nach Wien. Er übernahm hier unter anderem die Neugestaltung des Großen Saales der Favorita als Witwensitz der Kaiserinmutter, führte das Deckenfresko für den Herkulessaal im Sommerpalais des Fürsten Liechtenstein aus und entwarf die Hochaltäre der Franziskanerkirche und der Jesuitenkirche Am Hof. Sein Hauptwerk aber wurde die völlig umgestaltete Kirche der damaligen Jesuitenuniversität. Pozzo, der nebenan im Kolleg wohnte, ergänzte hier zwischen 1703 und 1705 die schlichte Fassade mit zwei Türmen und schuf im Innenraum mit neuer Gliederung und illusionistischer Scheinkuppel ein hochbarockes Gesamtkunstwerk. Andrea Pozzo starb hier am 31. August des Jahres 1709 im Alter von 70 Jahren an der roten Ruhr, ausgelöst durch verschmutztes Trinkwasser, und wurde in der Gruft „seiner“ Kirche beigesetzt.