Für gesunde Menschen ist das Bett ein Ort der Entspannung, Erholung, des Schlafens. Durch Bettlägerigkeit wird das Bett zum allumfassenden – aber reichlich engen – Lebensraum. Hier spielt sich alles ab: Wohnen, Essen, Waschen, Zur Toilette Gehen. Das Bett wird zur Arbeitsfläche für Pflegende, Ärzt/innen und Therapeut/innen.

Bettlägerige Menschen sind meist von hoher Immobilität betroffen, leider aber auch häufig von Demenz. Sie haben vielleicht Sprachstörungen, Verständnisschwierigkeiten. Sie sind in ihren Körperfunktionen eingeschränkt und ans Bett „gefesselt“, so dass sie sich wie in einem Gefängnis fühlen. Zur Bewegungsarmut der Menschen im Bett kommt die Abnahme sozialer Kontakte, kommt Einsamkeit. Fachpersonen müssen daher sehr achtsam mit ihnen umgehen und ihr Handeln ethisch reflektieren – immer wieder aus neue.

Was antworten Menschen auf die Frage „Wodurch wurden Sie bettlägerig“? (A. Zegelin-Abt 2005): „Die Schwestern haben keine Zeit,“ „Ich habe Angst,“ „Ich schäme mich,“ oder „Es war meine Entscheidung, im Bett zu bleiben.“ Bettlägerigkeit ist also kein unabwendbares Schicksal – im Zusammenspiel der Professionen können wir entgegenwirken, beginnend bei der Sensibilität für leichte Ortsfixierungen. Wichtig dabei ist, dass nicht nur die Position, sondern die Perspektive verändert wird, dass die Möglichkeit zur Teilnahme am sozialen Geschehen gegeben ist. Auch die räumliche Gestaltung ist wichtig – so soll der Lebensraum Bett nicht nur als zweckmäßiger Pflege-Platz gestaltet werden. Intimität, Flexibilität und Orientierung (z.B. am Tagesrhythmus) sind nur einige wichtige Punkte.

Egal, ob das Ziel die Verhinderung einer Bettlägerigkeit ist oder eine möglichst lebendige, sinnenvolle Gestaltung des Lebensraums: Im Zentrum unseres Handelns müssen immer die Bedürfnisse und Wünsche des Menschen stehen. Alle Beteiligten von Angehörigen über Therapeut/innen bis zu den ÄrztInnen sollten am gleichen Strang ziehen: Auf Augenhöhe, Sicherheit und Lebendigkeit vermittelnd und mit dem Ziel, nicht nur ein Liegen, sondern ein LEBEN im Bett zu ermöglichen (M. Kojer 2009).

Vom 12.-16. März 2018 veranstaltet das Kardinal König Haus die Themenwoche “Lebenswelt Bett”. Sechs Veranstaltungen für verschiedene Zielgruppen vermitteln Theorie und viel Praxis.

(Der Text ist ein Auszug aus einem Artikel von Sabine Baumbauch in „Thema.Im Fokus“, Dezember 2016)

 

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