Den Dingen gemeinsam auf den Grund gehen, zum Dialog über das einladen, was wirklich zählt, die jungen Menschen für ihr Leben und zur Veränderung der Welt zum Besseren zu ermutigen – das sind einige Gründe unter anderen, warum wir Jesuiten uns in Bildung und Schule engagieren. Meine Aufgabe ist es, im Aloisianum Schulseelsorge zu betreiben und Religion zu unterrichten.

Wir haben in unserer Ganztagsschule 400 Schülerinnen und Schüler und 60 Erwachsene (Pädagogisches Team). Ich unterrichte derzeit 5 Klassen und bin meist nachmittags in der Schule. Der Nachmittag eignet sich eher für informelle oder für bewusst gesuchte Begegnungen.

Zunächst etwas zu meinem Unterrichten: das kann man sich gut vorstellen, denn (Religions-)Lehrer kennen wir alle. Ich bin froh, mich mit meinen derzeit zwei Kollegen austauschen und gemeinsam planen zu können. Was bei mir besonders sein mag: Ich bin „Junglehrer“ (also ganz neu), und ich versuche natürlich, die jungen Leute mit dem Jesuitisch-Ignatianischem vertraut zu machen. So lernt der 1. Jahrgang in den ersten Schulwochen auch unser Haus und unsere Kirche (Alter Dom) in der Stadt kennen.

 

Im Bereich der Schulseelsorge gibt es einerseits ein spirituelles Programm, teils für alle, teils freiwillig. Dazu gehören verschiedene Gottesdienste, das Angebot von Beichte und Gesprächen, die Projektwoche des 6. Jahrgangs in Assisi, das Sozialpraktikum des 7. Jahrgangs, Einkehrtage, Meditationen und manch Weiteres.

Andererseits ist mir wichtig, zu den jungen Leuten eine Beziehung aufzubauen. Denn es ist sowohl Ausdruck unserer Pädagogik und Spiritualität, „den einzelnen“ (Menschen) zu sehen, als auch sinnvoll, dass wir uns kennen, wenn dann plötzlich jemand Hilfe und Beistand braucht. Deswegen versuche ich, mir möglichst viele Namen zu merken, deswegen stehe ich gerne beim Eingang und verabschiede oder begrüße die Vorbeigehenden, spiele einmal Fußball mit und lasse die Türe normalerweise offen, sodass man einfach hereinkommen kann. Man kann auch zum Schulseelsorger gehen, um sich ein Gummi-Bärli zu holen.

Auch wenn ich das Unterrichten und den dazu gehörenden ständigen Rollenwechsel als herausfordernd erlebe, auch wenn ich nicht immer weiß, was in meinem seelsorglichen Tun wirklich „heraus kommt“, so lassen manche Bemerkungen von Schülern und Altschülern darauf schließen, dass etwas in ihnen geworden ist, was Gottes Geist hat wachsen lassen.

P. Johannes Herz SJ

P. Johannes Herz SJ arbeitet als Schulseelsorger und Religionslehrer am Kollegium Aloisianum in Linz, einem Gymnasium in jesuitischer Tradition.