Am 28. Oktober 1550 wurde Stanislaus Kostka in Polen (Rostkow) geboren. Er wächst im Schloss seiner Eltern auf. Mit 14 Jahren wird er in das neue Jesuitenkolleg „Am Hof“ nach Wien geschickt. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder Paul verbringt er drei für ihn zum Teil schwierige Jahre in Wien: seine religiöse Überzeugung und der häufige Besuch der Messe tragen ihm Verständnislosigkeit und Spott ein.

In Wien reift auch sein größter Wunsch: der Eintritt ins Noviziat der Jesuiten. Das Leben der Jesuitenpatres in Wien hat ihn stark beeindruckt. Aber seine Familie, vor allem der Vater, ist strikt gegen die Pläne von Stanislaus. Der damalige Provinzialobere in Österreich, Pater Maggi, wagt nicht, Stanislaus ins Noviziat aufzunehmen, weil er feindselige Schritte des polnischen Adeligen gegen den jungen Jesuitenorden fürchtet.

1567 wird die Situation für Stanislaus in Wien unerträglich. Vor allem sein Bruder Paul lässt ihn seine Verachtung spüren. So flieht Stanislaus – als Bettler verkleidet – nach Dillingen in Süd-Deutschland, um dort Petrus Canisius, den Provinzial der deutschen Jesuiten, zu treffen und ihn um Aufnahme ins Noviziat zu bitten. Dieser schickt ihn nach Rom, wo er an seinem 17. Geburtstag vom Generaloberen Franz Borgia schließlich ins Noviziat der Gesellschaft Jesu aufgenommen wird. Sein adeliger Vater ist empört: „Ein Kostka – ein Bettler!“

Stanislaus macht die im Noviziat vorgesehenen vierwöchigen Geistlichen Übungen nach dem Exerzitienbuch des heiligen Ignatius von Loyola. Als der später heiliggesprochene Petrus Canisius in Rom eine Ansprache hält und darin mahnt, man solle jeden Monat so beginnen, als sei es der letzte, erklärte Stanislaus – obwohl ganz gesund – das habe ihm gegolten. Tatsächlich verstirbt er am 15. August 1568 nach einem Blutsturz, im zehnten Monat seines Novizats. Seine sterblichen Überreste ruhen in der Kirche St. Andrä am Quirinal in Rom.

Stanislaus Kostka hat seine Zeitgenossen durch seine Entschlossenheit, sein sicheres Urteil und seine ungeheuchelte Frömmigkeit beeindruckt. 1670 wird er selig-, 1726 heiliggesprochen. Der heilige Stanislaus wird zum Patron Polens, der studierenden Jugend und der Sterbenden sowie der Jesuitennovizen.

Sein kirchlicher Gedenktag wird am 13. November gefeiert. Das ehemalige Zimmer des heiligen Stanislaus in 1010 Wien, Kurrentgasse 2, wurde 1583 zu einer Kapelle umgebaut, die jedes Jahr zwischen dem 13. und 20. November allgemein zugänglich ist.

Öffnungszeiten der Kapelle in dieser Woche:
werktags von 7:00–12:00 und von 15:00–18:00 Uhr
sonntags von 9:00–12:00 und von 15:00–18:00 Uhr
Die hl. Messe wird in dieser Woche werktags um 7:30 Uhr und am Sonntag um 10:00 Uhr gefeiert.