Zu Ehren von Pater Frans haben die Jesuiten in den Niederlanden und Flandern einen Animationsfilm über ihn produziert. Am 7. April 2019 jährte sich zum fünften Mal der Todestag des niederländischen Jesuiten Frans van der Lugt, der in Homs (Syrien) ermordet wurde. Die beiden Schüsse auf ihn waren tödlich. Van der Lugt SJ starb im Alter von 75 Jahren.

Im Film hat Van der Lugt SJ ein letztes Mal das Wort. Er appelliert eindringlich an jeden Menschen, dem Hass nie das letzte Wort zu geben, sondern für die Liebe zu kämpfen. „Bis zu meinem letzten Atemzug hoffte ich, dass der Hass, der Konflikt und der Schmerz aufhören würden.“

In den Monaten vor seinem Tod forderte Frans van der Lugt SJ die internationale Gemeinschaft auf, den Krieg zu beenden und Lebensmittel zu verschicken. Seine kraftvollen Videobotschaften wurden weltweit in vielen Nachrichtensendungen gezeigt. Sein brutaler Tod war ein Schock.

In der Animation blickt die fiktive Stimme des Jesuiten Van der Lugt auf das abrupte Ende seines Lebens zurück. Auf der einen Seite hat er Hoffnung, auf der anderen Seite steht sein eigener Tod. „Als ob alles stehen geblieben wäre. Und doch geht es weiter. Ja, es geht weiter.“ Das ist seine feste Überzeugung. „Es ist die Liebe, die weitergeht. Niemand sollte entmutigt werden.“

Pater Frans lebte in einem belagerten Teil der syrischen Stadt Homs. Während die Bomben fielen, starben die Menschen um ihn herum an Hunger. Was als Belagerung von höchstens ein paar Tagen begann, endete in Monaten der Gefangenschaft.

Frans van der Lugt SJ blieb in Syrien

Trotz der Situation in Homs kam es für ihn nicht in Frage, Syrien zu verlassen. Im Animationsfilm sagt er: „Trotz Hunger und Gewalt habe ich nie daran gedacht, unser belagertes Viertel in Homs zu verlassen. Unsere Nachbarschaft ist nicht größer als ein Quadratkilometer. Doch Muslime und Christen mit unterschiedlichem Hintergrund leben friedlich zusammen. Unsere Lebensweise hier, das war das Syrien, das ich kannte. Das konnte ich nicht aufgeben.“

Das fasst die Spiritualität von Frans van der Lugt SJ. zusammen. Was ihn antreibt, ist die Liebe zu Syrien und dem syrischen Volk. Obwohl er ein katholischer Priester war, machte er keinen Unterschied zwischen Christen und Muslimen. Er versuchte, allen zu helfen und eine Botschaft der Hoffnung zu verbreiten. Wenige Tage nach der Ermordung von Van der Lugt SJ konnten die Bewohner von Homs den belagerten Bezirk unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen verlassen.

Fünf Jahre nach seinem Tod

Fünf Jahre nach dem Tod von Pater Frans leben die Jesuiten wieder in Homs. Derzeit leben vier Jesuiten in dem Haus, in dem Van der Lugt ermordet wurde und in dem er begraben ist. Viele Menschen kommen, um an seinem Grab zu beten. Obwohl die Straßen und Gebäude rund um die Jesuitengemeinschaft schwer beschädigt wurden, organisieren die Jesuiten Hausaufgabenkurse und Hunderte von Jugendlichen und Erwachsenen nutzen die Kirche. Unter ihrer Leitung gedeiht in Homs eine große Gruppe von “Foi et Lumière” für junge Menschen mit Behinderungen.