Ludwig Gleißner wurde am 12. Jänner 1934 in Nürnberg geboren. 1952 trat er in Neuhausen in das Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Darauf folgten das Juniorat in Feldkirch/Tisis und das Studium der Philosophie in Pullach bei München. In den Jahren 1958 bis 1961 war er Erzieher am Jesuitengymnasium in St. Blasien. Von 1961 bis 1965 studierte er in Innsbruck Theologie und wurde 1964 zum Priester geweiht.

Ab 1974 studierte P. Gleißner an der damaligen Hochschule für angewandte Kunst in Wien und erwarb dort 1980 den akademischen Grad „Magister Artium“. Ludwigs Leidenschaft blieb sein Leben lang das Töpfern und das Malen. Als überaus sensibler und verletzbarer Mensch konnte er als Künstler schöpferisch nutzen, was ihm im Lebensalltag oft zur Last wurde.

Seine Wohnung und seine Werkstätte, in der er unter anderem sehr schöne Teekannen töpferte, wurden ihm zum Refugium. Von dort aus pflegte er Kontakt zu Freunden, zu seinen Nachbarn und in den letzten Jahren vermehrt zu den Wiener Jesuiten. Viele von ihnen schätzten ihn als einfühlsamen Gesprächspartner. Darin zeigte sich eine seiner großen Begabungen. Auch auf seinen Zugreisen oder im Kaffeehaus kam er mit unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch.

Seit August 2018 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Der Abschied von seiner Wohnung und seiner Werkstätte fiel ihm sehr schwer. Nach Krankenhausaufenthalten übersiedelte er schließlich Ende April in das Haus der Caritas Socialis in Kalksburg. Bevor er sich dort einleben konnte, verstarb er am 5. Juni 2019 im Krankenhaus Hietzing.

Am Montag, den 24. Juni 2019, um 11:00 Uhr feiern wir in der Jesuitenkirche in Wien I das Requiem, anschließend wird P. Gleißner in der Krypta beigesetzt.