Von Freitag bis Sonntag war P. General Arturo Sosa SJ mit zwei seiner Assistenten zu Besuch in Wien. Auf den Reisen von P. General ist es Tradition, dass er sich mit seinen Mitbrüdern vor Ort für einen Austausch trifft. So auch in Wien. Sebastian Ortner SJ über das Treffen und den Austausch mit P. General und den Jesuiten in Österreich.

Der Abend des 21. Juni begann mit einem gemeinsamen Abendessen unter den Jesuiten im Kardinal König Haus in Wien. Anschließend stand P. General Arturo Sosa im Karl-Rahner-Saal zu einem Gespräch mit allen anwesenden Jesuiten zur Verfügung. Ein Großteil der Mitbrüder unserer Provinz war präsent. Auch einige Jesuiten aus anderen Provinzen, die in Innsbruck studieren, waren zu diesem besonderen Anlass angereist.

Nach einer kurzen Begrüßung durch P. Provinzial Bernhard Bürgler SJ präsentierte uns P. General die vier apostolischen Präferenzen aus seiner Perspektive: Exerzitien und Unterscheidung der Geister; unsere Präsenz unter jungen Menschen; unterwegs sein mit den Armen; unser gemeinsames Haus. Dabei unterstrich er, dass die Präferenzen nicht als Anweisungen zu verstehen seien, was wir zu tun haben. Vielmehr seien sie als eine Klärung der Art und Weise zu verstehen, wie wir in unseren jeweiligen Apostolaten handeln sollten. In Reaktion auf eine Frage präzisierte P. General, dass das intellektuelle Apostolat nicht als eine der vier Präferenzen angeführt sei. Der Grund dafür ist nämlich, dass intellektuelle Tiefe und Reflexion ein wesentlicher Teil all unserer apostolischen Aufgabenfelder sein müssen und sich nicht auf unsere Tätigkeit in Universitäten und Schulen beschränken dürfen.

Auf die Frage hin, was wir als Jesuiten in Zukunft inhaltlich tun sollen und welche apostolischen Felder prioritär sein könnten, verwies P. General auf die apostolische Unterscheidung: Es sei dabei besonders wichtig, in großer Freiheit zu unterscheiden.

Die Frage nach der „apostolischen Landkarte“ der zukünftigen zentraleuropäischen Provinz ECE könnte übrigens auch die Teilnehmer des „Formation Gathering“ – einem Treffen der ECE-Jesuiten in Ausbildung – von 2. bis 5. Jänner 2020 im Kardinal König Haus beschäftigen. Denn die jüngeren Jesuiten sind von der Frage der zukünftigen apostolischen Schwerpunkte in der ECE in besonderer Weise betroffen.

Alles in allem war dieser Abend mit P. General eine seltene Gelegenheit, den 30. Nachfolger des Hl. Ignatius von Loyola persönlich zu treffen und ihm konkrete Fragen stellen zu können.

Sebastian Ortner SJ