Washington (KNA) – Eine Jesuitenschule in Indianapolis, die den Status als katholische Lehrstätte wegen des Streits über einen in gleichgeschlechtlicher Ehe lebenden Lehrer verloren hat, hat gegen die Entscheidung Widerspruch beim Vatikan eingelegt. Wie die Zeitung “Indianapolis Star” (Montag Ortszeit) berichtete, wandte sich die Brebeuf Jesuit Preparatory School an die vatikanische Bildungskongregation. Sie will weiter als “katholische Schule” fungieren, gleichzeitig aber die umstrittene Lehrkraft weiter beschäftigen. Der Mathematiklehrer sei beliebt und fachlich kompetent, zitierte die Zeitung aus Schulkreisen.

Der zuständige Erzbischof Charles Thompson von Indianapolis hatte der Schule die mit bestimmten Privilegien verbundene Bezeichnung “katholisch” im Juni aberkannt, weil sie sich weigert, den Mann zu entlassen. Der Pädagoge ist mit einem anderen Lehrer verheiratet, der seinerseits im Juni auf Forderung der Erzdiözese von der katholischen Cathedral High School entlassen worden war. Die Brebeuf School, die vom Jesuitenorden unterstützt wird, hatte sich zunächst an die Erzdiözese mit der Bitte gewandt, das Dekret zu überdenken und aufzuheben. Dies wurde vom Erzbischof abgelehnt. Die Schule wandte sich daraufhin an die Kongregation für das katholische Bildungswesen in Rom.

Inzwischen hat Erzbischof Thompson der Schule untersagt, die traditionelle Messe zu Beginn des neuen Schuljahres abzuhalten. Lehrer und Schüler seien enttäuscht über die Entscheidung des Erzbischofs, teilte die Schule in einer Erklärung mit. Die Erzdiözese argumentiert, die Schule habe ihre katholische Identität aufgegeben, da sie sich weigere, von ihren Lehrern eine Verpflichtungserklärung auf der Basis der katholischen Lehre einzufordern. Die Intervention der Erzdiözese sei nicht deshalb erfolgt, weil der Lehrer schwul sei, sondern weil er in gleichgeschlechtlicher Ehe lebe.