Mit 31. August 2019 endete das lange Wirken der Gesellschaft Jesu in Steyr. Am 18. September verabschiedeten sich die Jesuiten von den Menschen in Steyr: bei einem Dankgottesdienst mit Bischof Manfred Scheuer in der Marienkirche und einem Festakt im Dominikanerhaus.

Der Linzer Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer betonte in seiner Predigt, Wirklichkeitsverweigerung und Weltflucht sei den Jesuiten von jeher fremd. Angefangen mit ihrem Gründer Ignatius von Loyola seien die Jesuiten stets bereit gewesen, Neuland unter die Füße zu nehmen. Der Bischof verwies auch auf den Jesuiten Jorge Bergoglio, Papst Franziskus, der nicht müde werde, das Profil einer missionarischen Kirche zu zeichnen und zu leben. Die Kirche müsse sich an die Grenzen menschlicher Existenz vorwagen. Der Diözesanbischof dankte den Jesuiten herzlich für ihren langen seelsorglichen Dienst in Steyr.

Beim anschließenden Festakt im Dominikanerhaus bedauerte P. Bernhard Bürgler SJ nochmals, dass er als Provinzial diese Entscheidung treffen musste: „Das war und ist schmerzlich – für uns Jesuiten, für die Verantwortlichen der Diözese, vor allem aber für viele Menschen, die sich mit der Marienkirche verbunden fühlen.“ Der Abschied von Steyr führe den Nachwuchsmangel der Orden mit schmerzlichen pastoralen und strukturellen Konsequenzen in Diözesen und Gemeinden ernüchternd vor Augen. P. Bürgler dankte allen Menschen, die die vielfältigen Angebote der Jesuiten an der Marienkirche geschätzt und genutzt haben. Auch allen Verantwortlichen in Stadt, Pfarre, Diözese, haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen und WohltäterInnen sprach der Provinzial Dank für die Unterstützung aus. Besonders gewürdigt wurde von P. Bürgler der Dienst von Sr. Serafia, die leibliche Schwester eines Jesuitenbruders. Ihre Großherzigkeit durften so viele Jesuiten in Steyr erfahren.

Der Superior der Jesuiten in Linz, P. Peter Gangl SJ, gab einen Überblick über die wechselvolle Geschichte der Jesuiten in Steyr. Ein Schmunzeln ging durch die Reihen, als er darlegte, dass es eine Zeit gab, in der sich 18 Jesuiten in Steyr elf Einzelzimmer teilten. Zumindest sieben Jesuiten mussten also immer auf Volksmissionen unterwegs sein.

Der Steyrer Stadtpfarrer Mag. Nikola Prskalo skizzierte die Zukunft der Seelsorge in der Marienkirche. Auch wenn der Anlass der Feier mit der Verabschiedung der Jesuiten ein trauriger sei, bleibe der Grundanlass doch „die Freude und das Leben, das die Patres in den vergangenen Jahren verkündet und bezeugt haben – Freude und Leben, das zählt und bleibt als Ernte dessen, was ihr gesät habt“. Auch in Zukunft sei der Auftrag der ChristInnen und SeelsorgerInnen ein prophetischer: weiterhin Leben, Freude und Hoffnung zu verkündigen und zu bezeugen, so Prskalo. Der Stadtpfarrer von Steyr dankte den Patres der Jesuiten für ihr Wirken und wünschte ihnen für die Zukunft Gottes Segen.

Abschließend sprachen noch Ewald Kreuzer und Bürgermeister Gerhard Hackl und verabschiedeten die beiden zuletzt verbliebenen Jesuiten, P. Erich Drögsler SJ und P. Josef Pilz SJ, mit persönlichen Geschenken. Ein trauriger und doch schöner Abend, zu dem nicht zuletzt P. Werner Hebeisen SJ und Angelina durch ihre wunderbare Musik viel beitrugen.