Ende Juli fand MAGIS 2019 in Litauen statt. P. Johannes Herz SJ begleitet während dieser Zeit eine Gruppe von 10 Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Ein Teilnehmer berichtet:

Auch dieses Jahr führte mich mein Pfad auf eine außergewöhnliche Reise: MAGIS 2019 in Litauen. Es dauert 8-12 Tage und besteht aus einem Experiment in kleinen, internationalen Gruppen und den daran anschließenden Endveranstaltungstagen, an welchen alle Experimentgruppen gemeinsam teilnehmen. Die Experimente weisen ein breites Spektrum auf, sodass viele Interessen angesprochen werden – ob Malen oder Singen und Tanzen, ob Sozialprojekt oder meditative Besinnung, ob Mithilfe im Organisationsteam vor Ort oder Pilgern in teils entfernteren Orten – MAGIS verbindet Menschen und führt auf eine spirituelle Reise.

Diese Art der aktiven Spiritualität hat sich als enormer Anker in meinem Leben erwiesen und wurde Teil meiner christlichen Identität. Ich erinnere mich gerne an die Erlebnisse dieses vertiefenden Weges zurück. Kurz vor meiner Matura am Aloisianum im Jahr 2016 teilte der Schulseelsorger, Pater Johannes Herz SJ, einen Flyer der Veranstaltung MAGIS (im damaligen Jahr als Vorbereitungsprogramm für den Weltjungendtag) aus. Ich war sofort interessiert, beschloss, mich anzumelden und entschied mich dafür, an einem Pilgerexperiment teilzunehmen. So pilgerte ich begeistert durch Polen und 2017 durch Ungarn. 2018 entschied ich mich für das Experiment „Pilgern und Vertrauen“ – wir wanderten ohne herkömmliche, sprachliche Verständigungsmöglichkeit durch einen Teil von Litauen. Statt Geld, Essen, Planung des Schlafquartiers und Handy bauten wir auf den Glauben in Gott und das Vertrauen in die Mitmenschen. (Alle der Gruppe sind heute noch wohlauf.)

Dieses Jahr wurde mir das vierte Mal die Chance gegeben, ein anderes Land durchpilgern zu können und dabei junge Menschen aus vielen verschiedenen Ländern kennenzulernen. Die Experimentgruppen waren über Litauen und Lettland verteilt – meine Pilgergruppe durchwanderte die Kurische Nehrung. Unser Team setzte sich aus TeilnehmerInnen aus Slowakei, Litauen, Libyen, Ungarn, Syrien und Österreich zusammen. Gemeinsam wanderten wir und versuchten, (den Spuren den heiligen Ignatius von Loyola folgend) Gott in allen Dingen seiner Schöpfung zu finden. Die Landschaften, die Tiere, die Härte des Weges, die Gespräche, das Ankommen und Weggehen sowie das gemeinsame Lachen, Denken, Fühlen, Beobachten und Beten schulten unsere Achtsamkeit und brachten uns den Mitmenschen, uns selbst und Gott näher. Die Dünen, Strände und Wälder der Kurischen Nehrung, die spirituellen Zeiten des Gehens und Schweigens, die Pausen und Mahlzeiten am Strand, die offenen Gespräche über das Leben und die Zukunft sowie die bewegenden Messen waren großartig und werden mir in ihrer Einzigartigkeit immer in positiver Erinnerung bleiben.

Das große Zusammentreffen aller MAGIS-Gruppen in Kaunas war gefüllt von kulturellen Aktivitäten, Workshops, Festen und schönen Gottesdiensten. Man hatte nochmals Zeit, Litauen in seinen verschiedenen Dimensionen kennenzulernen. Die große Menge an Teilnehmern wurde auf viele Gastfamilien aufgeteilt. Zusammen konnten wir feiern, uns über Unterschiede und Gemeinsamkeiten austauschen, Ausflüge, Gedanken und Glauben teilen und uns somit auf unserem Pfad der Liebe und Öffnung bereichern. Nächsten Sommer findet MAGIS in Ungarn statt (1.-9. August 2020). Ich freue mich jetzt schon darauf und kann es allen jungen Menschen ans Herz legen, ebenfalls daran teilzunehmen.

Timon Aigner