Am 9. Oktober wurde in Sofia ein neues Sozialzentrum von Concordia Bulgarien eröffnet. Die Anlage im Stadtteil Orlandovtzi bietet neuen Platz für viele Kinder und ihre Familien und stellt Grundbedürfnisse wie warme Mahlzeiten, Kleidung, medizinische Grundversorgung bis hin zur Lernbetreuung sicher.

2008 ging P. Markus Inama SJ nach Sofia, um dort das erste Haus von Concordia in Bulgarien aufzubauen: das Sozialzentrum Sveti Konstantin. Im Rahmen dieser Arbeit entstanden auch Kontakte zu einer Roma-Siedlung am Rand der Stadtviertels Orlandovtzi, im Nordosten von Sofia. Pater Inama erinnert sich, wie ihn an einem kalten Wintertag ein kleiner Besucher von Sveti Konstantin bat, mit ihm seine Familie im Armenviertel zu besuchen. „Ivan zeigte mir einen Schleichweg über stillgelegte Bahngleise und Fabriksgelände. Sein Elternhaus war erschütternd windschief. Ivans Geschwister scharten sich um den Holzofen. Die Eltern waren unterwegs, um als Altwarensammler Geld zu verdienen.“ Schätzungsweise leben 150 Roma-Familien mit vielen hundert Kindern unter ärmlichsten Verhältnissen in dieser Siedlung.

2011 träumte P. Inama zum ersten Mal davon, für die Menschen dort ein weiteres Tageszentrum zu eröffnen. Acht Jahre später war es vergangene Woche endlich soweit. Durch großzügige Hilfen war es Concordia möglich gewesen, ein neues, ansprechendes Haus errichten zu lassen. Neben hochrangigen bulgarischen Politikerinnen und Politikern war auch eine kleine Delegation aus Österreich bei der feierlichen Eröffnung dabei: P. Provinzial Bernhard Bürgler SJ, P. Christian Marte SJ, Katrin Morales und May Raslan von der Jesuitenmission – und natürlich P. Inama SJ. Von Wien aus ist er weiterhin im Vorstand von Concordia aktiv.

Der überwiegende Teil der von Concordia betreuten Kinder und Jugendlichen in Bulgarien gehört der Volksgruppe der Roma an, die stark von Ausgrenzung betroffen sind. Sie leben unter schlechten hygienischen Bedingungen und sind auf allen Ebenen des Schulsystems mit Benachteiligungen konfrontiert. Deswegen ist es besonders erfreulich, dass am Rand von Orlandovtzi nun ein zusätzliches Angebot geschaffen werden konnte. Für die Basisdienste, die dort angeboten werden, wird in Zukunft die Stadt aufkommen. Was darüber hinaus notwendig sein wird, wird hoffentlich durch die Großzügigkeit vieler Menschen weiter möglich sein.