Auch die katholische Kirche hat eine heilige Corona zu bieten. Sie ist sogar die Patronin gegen Seuchen. Pater Thomas Gertler SJ hat sich die Heilige angeschaut und herausgefunden, sie kann uns wirklich helfen.

Sie werden es kaum für möglich halten, aber tatsächlich hält der Heiligenkalender der katholischen Kirche eine heilige Corona für uns bereit. Sie ist eine Märtyrerin aus dem 2. Jahrhundert. Und an einer Wallfahrtskirche in Bayern kann man lesen:

“Müder Wanderer stehe still,
mach bei Sankt Corona Rast.
Dich im Gebet ihr fromm empfiehl,
wenn Du manch Kummer und Sorgen hast.”

Ja, und das wollen wir nun ein wenig tun und rasten bei St. Corona. Bevor uns womöglich eine längere stille Zeit geschenkt wird, wie sie manche in Österreich, Deutschland und viele in Italien und ganz viele in China gerade haben. Gut geeignet, um Besinnungstage oder gar Exerzitien zu halten.

Der Corona-Virus war ja zuerst mal weit weg. „Was schert es mich, wenn in China ein Sack Reis umfällt.“ Und jetzt ist Mailand in Quarantäne. Keine Veranstaltungen dürfen stattfinden. Und auch bei uns sollen ja jetzt Veranstaltungen über 1000 Teilnehmer besser nicht abgehalten werden. Plötzlich kommt es nahe. Mit allem rechnet man, aber an einen weltweiten Virus hat doch keiner gedacht. Und nun ist es da und ganz nah. Und es kommt noch näher. Das ist sicher. Und viele reagieren panisch. Hamsterkäufe von Mundschutz und Desinfektionsmitteln und nun auch an dauerhaften Lebensmitteln. Verständlich. Und natürlich übertrieben.

Also möge die heilige Corona uns zuerst einmal helfen, die Ruhe zu bewahren und vernünftig zu bleiben. Denn das Schlimme sind ja unsere Phantasien und Horrorvorstellungen. Darum beherrscht mich meist viel größere Angst, bevor ein Ereignis, eine Prüfung, ein Wettkampf oder Corona tatsächlich eintritt. Wenn es dann kommt, ist die konkrete Erfahrung meist nicht so schlimm, wie die Phantasie vorher. Warum? Weil die Wirklichkeit immer viel umfassender ist, als der innere Film vorher. Und dann ist auch immer Gottes Hilfe da.

Und das ist das Zweite, wozu Sankt Corona uns helfen kann, ist, uns vertrauensvoll in Gottes Hand zu geben. Das hat sie ja selbst auch getan. Sie ist der Legende nach in einer Christenverfolgung im 2. Jahrhundert für den Soldaten Victor eingetreten und hat ihm beigestanden, als er sich zum Glauben bekannte und gemartert wurde. So ist sie selbst dann in die Maschinerie der Verfolgung geraten und wurde grausam ermordet. Sie konnte so mutig sein, weil sie glaubte und Vertrauen hatte auf den Beistand Gottes. Und das darf auch ich glauben. Gottes Hilfe und Güte sind da und begleiten mich in jeder Situation meines Lebens.

Und das Dritte, was uns die heilige Corona erbitten kann, ist, nicht nur an uns selbst zu denken und an das eigene Überleben. Das haben wir ja eben gelesen: sie stand dem christlichen Soldaten Victor bei. Sich selbst hatte sie gar nicht im Blick. Damit er Hilfe und Beistand hat, ist sie hervorgetreten. Das ist auch jetzt wichtig. Die Not wahrnehmen und Unterstützung leisten, wenn es geht und ich es kann, zB. dem alten Ehepaar bei uns im Haus. Erst recht jetzt nicht durch eigenes, egoistisches Verhalten, andere gefährden. Und das heißt auch, die Ratschläge und Hinweise befolgen (s.u.). So sehr ich vielleicht denke, nein, ich muss jetzt in die Notaufnahme gehen.

Und noch eins, was wir in dieser Situation bewahren sollten, das ist der Humor. Er hilft uns Abstand zu wahren und uns selbst nicht zu wichtig zu nehmen. Da gefallen mir Leute, die jetzt dieses Medikament “Coronex-ratiopharm” gegen die Panik und für das Lachen verschicken. Leider habe ich keinerlei Urheberechtshinweis für das Bild, da es über WhatsApp einfach vorbeigesegelt kam, daher nur ein Link zu einem Bild. Ich hoffe, es kommt darum nicht zu Problemen! Sancta Corona, hilf!

Es grüßt Sie herzlich und weist Sie hiermit hin auf die neuesten Ratschläge zum Virus.

Ihr Thomas Gertler SJ

P.S. Hier die Legende von der heiligen Corona zum nachlesen.

Autor:
Thomas Gertler SJ

Pater Thomas Gertler SJ, Dr. theol., ist 1967 in den Jesuitenorden eingetreten. Er war von 2009 bis 2019 Kirchlicher Assistent für die Gemeinschaft Christlichen Lebens (GCL). Seit September 2019 ist er Oberer („Superior“) der Jesuitenkommunität in Göttingen. Daneben gibt er Exerzitien und unterstützt das Bistum Hildesheim in der geistlichen Begleitung von pastoralen Team.