Feier des Ignatiusfestes 2020

LINZ
9.00 Uhr, Alter Dom, Festmesse mit P. Provinzial Bernhard Bürgler SJ

INNSBRUCK
17.00 Uhr, Jesuitenkirche, Festmesse mit P. Provinzial Bernhard Bürgler SJ
Letzte Gelübde von P. Hans Brandl SJ und P. Albert Holzknecht SJ

WIEN
18.30 Uhr, Konzilsgedächtniskirche, Lainz, Festmesse

GRAZ
19.00 Uhr, Grazer Dom, Festmesse

Die Frage: „Wer ist Ignatius von Loyola?“ kannte und kennt sehr unterschiedliche Antworten und auch manche Klischees: Soldat, Streiter Gottes, Gegenreformator, Aszet und Willensmensch, hervorragender Stratege und Organisator, Pilger und Mystiker, usw.
Wie die Antwort der Jünger auf die Frage Jesu bei Cäsarea Philippi, für wen er von den Leuten gehalten wird, so geben auch diese Beschreibungen manches Richtige wieder – doch können sie uns wohl kaum ein wirklich entsprechendes Bild von Ignatius vermitteln.

Doch wofür halten ihn die Jesuiten selbst? Wer ist er für sie? Was feiern sie in Erinnerung seines Todestages am 31. Juli 1556? Der „Vater Ignatius“ ist für sie der Gründer der Gesellschaft Jesu, dessen Beispiel sie zu folgen suchen und dem sie ihre Berufung verdanken. So ist das Ignatiusfest für die Jesuiten eine Feier des Dankes für diese charakteristische Art der Christus-Nachfolge, die in den Exerzitien ihr geistliches Fundament hat und in den Ordenssatzungen ihre konkrete Ausprägung fand: dem kreuztragenden Christus zu folgen und zur größeren Ehre seines Namens zu wirken.

Wie Ignatius bis zu seinem Lebensende in allem nach Gott und seinem Willen suchte, so hat auch die Gesellschaft Jesu immer wieder neu nach ihrer Sendung in der Welt von heute zu suchen und Gott dafür um seine Hilfe zu bitten. Die Feier des Ignatiusfestes ist damit für die Jesuiten eine Einladung, die durch Ignatius empfangene „Weise des Vorgehens“ in sich weiter zu vertiefen und die Bereitschaft zur Hingabe als Werkzeug Jesu Christi im Dienst an der Kirche zu erneuern.
Wie Ignatius wissen die Jesuiten nur zu deutlich um ihre Schwächen und Grenzen; wie er begreifen sie sich als Suchende und unterwegs. Sie wissen, dass sie Jesus Christus nicht durch menschliche Vollkommenheit und Stärke verherrlichen können, sondern allein durch das in ihn gesetzte Vertrauen und die Bitte um seine Hilfe.

Das Ignatiusfest ist daher nicht nur eine Feier des Dankes, sondern vor allem die inständige Bitte an Gott, uns Jesuiten zu helfen, uns unserer Berufung stets würdig zu erweisen und unserer Sendung immer mehr zu entsprechen – zu seiner größeren Ehre und zum Wohl der Menschen, denen wir zu dienen haben.

P. Toni Witwer SJ

Autor
P. Toni Witwer SJ – geb. 1948

Pater Witwer ist Vorarlberger und ist als Priester in die Gesellschaft Jesu eingetreten. Die letzten beiden Jahrzehnte lebte er in Rom, hatte verschiedene Aufgaben an der Generalskurie inne und unterrichtet Spiritualität an der Päpstlichen Universität Gregoriana. Seit Herbst 2018 ist er Superior der Jesuiten in Graz und als Seelsorger im Zentrum für Theologiestudierende und für Akademiker tätig.