Johannes Mühlsteiger wurde am 24. Juni 1926 in Brixen/Südtirol geboren. Zeit seines Lebens blieb er mit seiner Heimat eng verbunden. Er besuchte das Humanistische Gymnasium und erhielt am Brixener Priesterseminar seine philosophisch- theologische Grundausbildung. Am 29. Juni 1950 wurde er von Bischof Dr. Johannes Geisler im Dom zu Brixen zum Priester geweiht und trat am 9. Oktober desselben Jahres in St. Andrä/Kärnten in das Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Es folgten zahlreiche Stationen in seiner Ausbildung: ergänzende philosophische Studien in Pullach/München, Präfekt im Kollegium Kalksburg/Wien, Mitarbeiter im Kath. Studentenwerk in Linz, theologische Studien in Innsbruck, wo er 1960 zum Dr. theol. promoviert wurde. Das Tertiat absolvierte er 1960/61 in Paray-le-Monial/Frankreich.

Von 1961 bis 1964 wurde P. Mühlsteiger zum Studium des Kirchenrechts an die Päpstliche Universität Gregoriana nach Rom gesandt. Nach drei Jahren als Studienpräfekt im Collegium Canisianum lehrte er ab 1967 Kirchenrecht an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck, von 1970 bis zu seiner Emeritierung 1994 als Universitätsprofessor. 1973/74 war er Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät. Er machte mehr als eine Generation von Studierenden mit dem Kirchenrecht vertraut, immer in Verbindung mit den biblischen Quellen, den Quellen der Tradition und lebensnahen Beispielen.

P. Mühlsteiger war Mitglied der österreichischen Kommission für die Revision des kirchlichen Gesetzbuches, mehrmals Mitglied der Theologischen Kommission der Österreichischen Bischofskonferenz und wirkte als Promotor Iustitiae wesentlich bei der Vorbereitung zur Seligsprechung von Pfarrer Otto Neururer mit.

Über vier Jahrzehnte war er unermüdlicher Seelsorger im Seniorenheim Haus St. Josef am Inn.

Am 9. August 2020 verstarb P. Johannes Mühlsteiger in Innsbruck und wird am 20. August in der Krypta der dortigen Jesuitenkirche beigesetzt.

R.I.P.