Freiburg (Schweiz) – Nulla die sine linea, kein Tag, ohne eine Linie zu ziehen: Das ist der Titel des Siegerprojekts für das neue Denkmal in der Kathedrale von Freiburg mit den Reliquien von Nikolaus von Myra, Niklaus von Flüe und des Jesuiten Petrus Canisius. Die Reliquien der beiden Erstgenannten befinden sich in der Kathedrale, die sterblichen Überreste von Canisius werden Ende April 2021 von der Kirche des Kollegiums St. Michael überführt. Ein wichtiges Datum für die Jesuiten: Am Gedenktag und im 500. Geburtsjahr von Canisius wird die neue zentraleuropäische Jesuiten-Provinz gegründet, zu der Deutschland, Österreich, die Schweiz und Litauen gehören.

Freiburg im Üchtland hat einen Heiligen, der die Stadt an der Sarine entscheidend mitgeprägt hat: Petrus Canisius (1521-1597), Jesuit aus der Pionierzeit der Gesellschaft Jesu. 1580 kam er nach Freiburg, zur Zeit der Gegenreformation. In Nimwegen in den heutigen Niederlanden geboren, hatte er als Verkünder des Glaubens in halb Europa gewirkt, in Rom, Ingolstadt, Wien und Prag gelebt und gründete in Freiburg ein weiteres Jesuitenkolleg – am Ende seines Lebens waren es 18: das Kollegium St. Michael, das bis heute besteht.

Dort liegt er begraben, und nun will das Domkapitel der Freiburger Kathedrale St. Nikolaus eine neue Ruhestätte für die Canisius-Reliquien in der Heilig-Grab-Kapelle der Kathedrale schaffen. Damit werden die Reliquien von Nikolaus von Myra, Schutzpatron der Kathedrale und der Stadt, von Niklaus von Flüe, Schutzpatron des Landes, und von Petrus Canisius zusammengeführt. Canisius ist Schutzpatron der künftigen zentraleuropäischen Jesuitenprovinz, zu der auch die Schweiz gehört. Sie wird am 27. April 2021 gegründet, am Gedenktag und im 500. Geburtsjahr von Canisius.

Heute werden die Reliquien von Nikolaus von Myra und Niklaus von Flüe in der Schatzkammer der Kathedrale aufbewahrt. Sie sind nur gelegentlich für die Gläubigen zugänglich, ebenso wie die sterblichen Überreste von Petrus Canisius in der Kirche des Kollegiums St. Michael. Daher der Wunsch, sie an einem Ort zur Verehrung zusammenzuführen.

Das Domkapitel hat einen Wettbewerb für die Schaffung eines neuen Reliquien-Denkmals der drei Heiligen ausgeschrieben. Fünfzehn Projekte aus dem In- und Ausland wurden eingereicht. Die Jury wählte drei für eine zweite Phase aus. Gewinner sind die Freiburger Marc-Laurent Naef und Frédéric Aeby.

Nulla die sine linea – kein Tag, ohne eine Linie zu ziehen ist der Titel des Siegerprojekts.  «Neben der segnenden Hand von Nikolaus von Myra und der betenden Hand von Niklaus von Flüe werden wir die schreibende Hand von Petrus Canisius haben», erklärt Frédéric Aeby, Maler und Bildhauer. Gemeinsam mit dem Architekten Marc-Laurent Naef will er drei Nischen in der Wand der Grabeskapelle gestalten. «In diesem feierlichen Raum, der vom  beeindruckenden Grabmal von 1430 dominiert und von den blau-violetten Glasfenstern Alfred Manessiers beleuchtet wird, muss unsere Intervention diskret sein», sagt Marc-Laurent Naef.

Überführt werden die Reliquien des heiligen Petrus Canisius SJ am Montag, 26. April 2021, am Vortag der Gründung der neuen zentraleuropäischen Jesuiten-Provinz.