Nach Ostern werde ich nach München übersiedeln. Ende April trete ich dort mein neues Amt als Provinzial der Zentraleuropäischen Provinz an. In diesen Tagen bin ich unter anderem damit beschäftigt, diesen Umzug vorzubereiten: Akten ordnen, persönliche Gegenstände verpacken und transportfertig machen und Abschied nehmen.

Ein Gegenstand, den ich nach München mitnehmen werde, ist eine Figur des Auferstandenen. Zu Beginn meiner Amtszeit habe ich sie aus dem Fernsehzimmer der Kommunität geholt und in meinem Büro aufgestellt. Sie stammt aus dem 19. Jahrhundert. Der Auferstandene trägt die Wundmale, die Zeichen des erlittenen Todes. Die Statue weist auch an manchen Stellen Schäden auf. Das Wesentliche für mich aber sind der Blick und der Fingerzeig nach oben. Er ist aufgenommen in das neue unzerstörbare Leben, auch wenn Zeichen von Verletzungen und Verwundungen, Zeichen des Schmerzes bleiben.

Die Neugründung der Zentraleuropäischen Jesuitenprovinz und die damit verbundenen strukturellen Veränderungen haben viele von uns in den letzten Monaten sehr gefordert. Zahlreiche große und noch mehr kleine Entscheidungen waren zu treffen. Der Blick auf den Auferstandenen hilft mir, bei all dem die richtige Perspektive zu wahren und den Blick „nach oben“ nicht zu verlieren. Auf diese Erinnerung möchte ich auch in meiner neuen Aufgabe nicht verzichten. Schließlich sind die geistlichen „Mittel“ die wichtigsten in unserer Sendung und in unseren Aufgaben.

„Da kann ja die ganze Provinz nur froh sein, wenn dich der Auferstandene begleitet!“, sagte ein Mitbruder, als ich ihm von meinem Vorhaben erzählte. Das hoffe ich. Aber der Auferstandene begleitet natürlich nicht nur mich. Der Auferstandene begleitet uns. Immer und überall, überall hin. Das ist die Botschaft von Ostern. Er ist da, in uns, in anderen, in allem. Wir sind eingeladen, uns daran zu erinnern und seine Gegenwart zu suchen und zu finden. Das Leben.

So wünsche ich Ihnen ein frohes und gesegnetes Fest!

Bernhard Bürgler SJ

P. Bernhard Bürgler SJ
geb. 1961 in Lienz/Osttirol

 Seit 2014 leitete P. Bürgler die Österreichische Jesuitenprovinz. Im Sommer 2020 wurde er vom Generaloberen in Rom zum Provinzial der neuen Zentraleuropäischen Jesuitenprovinz ernannt, die am 27. April 2021 errichtet werden wird.