GEBETS
APOSTOLAT

„Beten ist keine Flucht aus der Geschichte und ihren Problemen. Im Gegenteil, es bedeutet, sich der Realität zu stellen, nicht nur aus eigener Kraft, sondern mit der Kraft von oben, der Kraft der Wahrheit und der Liebe, die ihre Quelle letztlich in Gott haben.”

Papst Johannes Paul II. am 2. Jänner 2002 in Assisi

Auftrag
des Papstes

Der Papst hat den Jesuitenorden damit beauftragt, sich um das Gebetsapostolat zu kümmern. Wir tun dies auf vielfältige Weise. Vor allem laden wir alle Menschen ein, sich mit dem Gebetsanliegen des Papstes und so täglich mit Gott zu verbinden. Die Ausrichtung auf ihn und Jesus Christus wird uns helfen, im Vertrauen zu wachsen und mit der nötigen Kraft die Welt zum Guten zu verändern.

Kleine Geschichte
des Gebetsapostolates

Die Kirche in Frankreich erlebte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Phase der Begeisterung für die Mission, denn viele Länder Asiens begannen sich dem Christentum zu öffnen. Die Jesuiten der französischen Provinz Toulouse hatten eine neue Mission in Südindien übertragen bekommen. Die Ordensstudenten begannen davon zu träumen, nach Indien geschickt zu werden, und verschlangen alles, was es über dieses Land zu lesen gab. Darüber begannen sie ihre Studien zu vernachlässigen. Ihr Spiritual P. Francois Xavier Gautrelet wies die jungen Jesuiten darauf hin, wie sie schon während des Studiums missionarisch tätig sein könnten: durch das Gebet und die tägliche Hingabe für die Ausbreitung des Reiches Gottes.

In diesem Sinne entstand am 3. Dezember 1844, dem Fest des hl. Franz Xaver, in Vals in der Auvergne eine Liga des Gebets für die Anliegen des Reiches Gottes und zur Unterstützung der Missionsarbeit. Das Gebetsapostolat war geboren. Die Botschaft war einfach: Ihr seid wertvoll für Gott, so wie ihr seid. Jeder, sei er noch so arm oder so alt oder so krank, kann sein Leben Gott anbieten. Die Botschaft an die Menschen lautete auch: Eure Mission ist ebenso wichtig wie die Mission in allen Ländern der Erde. Es ist eure Mission, euer Leben zu meistern, eure Kinder aufzuziehen, an eurem Platz eure Aufgaben zu erledigen. Das ist genauso wichtig und trägt ebenso zum Aufbau des Reiches Gottes bei.

Gautrelet veröffentlichte 1846 seine Grundgedanken in einem Buch – nach seiner Ernennung zum Provinzial übernahm 1856 P. Henri Ramière das Gebetsapostolat, dessen Organisation und Ausbreitung zu seinem Lebenswerk wurden. 1861 gründete er die Zeitschrift „Sendbote des hl. Herzens Jesu“, die die Verehrung des Herzens Jesu, aber auch das Bewusstsein für die Bedürfnisse der universellen Kirche förderte. 1866 wurden die ersten Satzungen von Papst Pius IX. bestätigt. Heute ist das Gebetsapostolat in 1.500 Diözesen eingeführt und zählt etwa 40 Millionen Mitglieder. Die Leitung, die sich zunächst in Frankreich befunden hatte, wurde 1925 nach Rom verlegt und mit der Generalskurie der Jesuiten verbunden. Seitdem trägt der Generalobere des Jesuitenordens die Letztverantwortung für das Gebetsapostolat.

Ramière hat auch eine weitere Neuerung eingeführt: die monatlichen Gebetsanliegen (auch Gebetsmeinungen genannt). Ramière hatte angeregt, dass der Präfekt der (damaligen) Kongregation für die Verbreitung des Glaubens monatlich Gebetsanliegen vorschlagen sollte. Das geschah auch, bis Papst Leo XIII. den Wunsch äußerte, sich selbst darum zu kümmern. Deshalb gibt es seit 1891 bis heute für jeden Monat Gebetsanliegen des Heiligen Vaters, die zum Teil allgemein gehalten sind, zum Teil die Weltmission der Kirche zum Thema haben.

Gebetsanliegen
2018

Jänner
Religiöse Minderheiten in Asien

Dass Christen und andere religiöse Minderheiten in asiatischen Ländern ihren Glauben in voller Freiheit leben können.

Februar
„Nein“ zu Korruption
Dass jene, die über wirtschaftliche, politische oder religiöse Macht verfügen, ihre Position nicht missbrauchen.

März
Ausbildung in geistlicher Unterscheidung
Dass die Kirche erkennt wie dringend die Ausbildung zu Geistlicher Unterscheidung ist und diese sowohl auf persönlicher als auch auf der Ebene der Gemeinden fördert.

April
Verantwortliche in der Wirtschaft
Die Weltwirtschaft möge sich dahingehend wandeln, dass es strukturell keine Benachteiligten mehr gibt.

Mai
Die Sendung der Laien
Christen sind in der heutigen Welt vielfach herausgefordert; sie mögen ihrer besonderen Sendung gerecht werden.

Juni
Die sozialen Netzwerke
Dass die Menschen durch das Geschehen in den sozialen Netzwerken zu einem Miteinander finden, das die Vielfalt der Einzelnen respektiert.

Juli
Die Priester und ihr Dienst
Priester, die sich durch ihre Arbeit erschöpft und allein gelassen fühlen, mögen durch Vertrautheit mit dem Herrn und durch Freundschaft unter einander Trost und Hilfe finden.

August
Wertschätzung der Familien
Alle ökonomischen und politischen Entscheidungen mögen in großer Wertschätzung der Familie getroffen werden.

September
Die Jugend Afrikas
Um freien Zutritt aller Jugendlichen zu Bildung und Arbeit in den jeweiligen Ländern Afrikas.

Oktober
Die Sendung der Ordensleute
Dass sich die Ordensleute wirksam für Arme und Ausgegrenzte einbringen.

November
Im Dienst des Friedens
Dass die Sprache des Herzens und der Dialog stets Vorrang haben vor Waffengewalt.

Dezember
Im Dienst der Glaubensvermittlung
Dass alle, die das Evangelium verkündigen, eine Sprache finden, die den unterschiedlichen Menschen und Kulturen gerecht wird.

Kontakt

P. Michael Zacherl SJ

Postanschrift: Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 1, 1010 Wien
Telefon: 01 5125232-37
E-Mail: michael.zacherl@jesuiten.org

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