GEBETSAPOSTOLAT

Gebetsnetzwerk

des Papstes

„Beten ist keine Flucht aus der Geschichte und ihren Problemen. Im Gegenteil, es bedeutet, sich der Realität zu stellen, nicht nur aus eigener Kraft, sondern mit der Kraft von oben, der Kraft der Wahrheit und der Liebe, die ihre Quelle letztlich in Gott haben.”

Papst Johannes Paul II. am 24. Jänner 2002 in Assisi

Auftrag
des Papstes

Der Papst hat den Jesuitenorden damit beauftragt, sich um das Gebetsapostolat zu kümmern. Wir tun dies auf vielfältige Weise. Vor allem laden wir alle Menschen ein, sich mit dem Gebetsanliegen des Papstes und so täglich mit Gott zu verbinden. Die Ausrichtung auf ihn und Jesus Christus wird uns helfen, im Vertrauen zu wachsen und mit der nötigen Kraft die Welt zum Guten zu verändern.

Kleine Geschichte
des Gebetsapostolates

Die Kirche in Frankreich erlebte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Phase der Begeisterung für die Mission, denn viele Länder Asiens begannen sich dem Christentum zu öffnen. Die Jesuiten der französischen Provinz Toulouse hatten eine neue Mission in Südindien übertragen bekommen. Die Ordensstudenten begannen davon zu träumen, nach Indien geschickt zu werden, und verschlangen alles, was es über dieses Land zu lesen gab. Darüber begannen sie ihre Studien zu vernachlässigen. Ihr Spiritual P. Francois Xavier Gautrelet wies die jungen Jesuiten darauf hin, wie sie schon während des Studiums missionarisch tätig sein könnten: durch das Gebet und die tägliche Hingabe für die Ausbreitung des Reiches Gottes.

In diesem Sinne entstand am 3. Dezember 1844, dem Fest des hl. Franz Xaver, in Vals in der Auvergne eine Liga des Gebets für die Anliegen des Reiches Gottes und zur Unterstützung der Missionsarbeit. Das Gebetsapostolat war geboren. Die Botschaft war einfach: Ihr seid wertvoll für Gott, so wie ihr seid. Jeder, sei er noch so arm oder so alt oder so krank, kann sein Leben Gott anbieten. Die Botschaft an die Menschen lautete auch: Eure Mission ist ebenso wichtig wie die Mission in allen Ländern der Erde. Es ist eure Mission, euer Leben zu meistern, eure Kinder aufzuziehen, an eurem Platz eure Aufgaben zu erledigen. Das ist genauso wichtig und trägt ebenso zum Aufbau des Reiches Gottes bei.

Gautrelet veröffentlichte 1846 seine Grundgedanken in einem Buch – nach seiner Ernennung zum Provinzial übernahm 1856 P. Henri Ramière das Gebetsapostolat, dessen Organisation und Ausbreitung zu seinem Lebenswerk wurden. 1861 gründete er die Zeitschrift „Sendbote des hl. Herzens Jesu“, die die Verehrung des Herzens Jesu, aber auch das Bewusstsein für die Bedürfnisse der universellen Kirche förderte. 1866 wurden die ersten Satzungen von Papst Pius IX. bestätigt. Heute ist das Gebetsapostolat in 1.500 Diözesen eingeführt und zählt etwa 40 Millionen Mitglieder. Die Leitung, die sich zunächst in Frankreich befunden hatte, wurde 1925 nach Rom verlegt und mit der Generalskurie der Jesuiten verbunden. Seitdem trägt der Generalobere des Jesuitenordens die Letztverantwortung für das Gebetsapostolat.

Ramière hat auch eine weitere Neuerung eingeführt: die monatlichen Gebetsanliegen (auch Gebetsmeinungen genannt). Ramière hatte angeregt, dass der Präfekt der (damaligen) Kongregation für die Verbreitung des Glaubens monatlich Gebetsanliegen vorschlagen sollte. Das geschah auch, bis Papst Leo XIII. den Wunsch äußerte, sich selbst darum zu kümmern. Deshalb gibt es seit 1891 bis heute für jeden Monat Gebetsanliegen des Heiligen Vaters, die zum Teil allgemein gehalten sind, zum Teil die Weltmission der Kirche zum Thema haben.

Gebetsanliegen
2019

Jänner
Junge Menschen als Boten der Freude
Dass junge Menschen, allen voran die in Lateinamerika, Marias Beispiel folgen und auf Gottes Ruf antworten, indem sie die Freude des Evangeliums in die Welt hinaustragen.

Februar
Opfer der Ausbeutung
Dass alle, die dem Menschenhandel, der Zwangsprostitution und der Gewalt zum Opfer gefallen sind, mit offenen Armen in unserer Gesellschaft aufgenommen werden.

März
Christliche Gemeinschaften
Dass christliche Gemeinschaften – vor allem jene, die unter Verfolgung leiden – sich Christus nahe wissen und in ihren Rechten geschützt werden.

April
Ärzte in Krisengebieten
Für Ärzte und deren humanitäre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die in Kriegsgebieten ihr Leben für andere riskieren.

Mai
Kirche in Afrika
Dass die Kirche in Afrika durch den Einsatz ihrer Mitglieder die Einheit unter den Völkern fördert und dadurch ein Zeichen der Hoffnung bildet.

Juni
Priester als Freunde der Armen
Dass sich Priester durch einen bescheidenen und demütigen Lebensstil entschieden mit den Ärmsten der Armen solidarisieren.

Juli
Mitarbeiter in der Justiz
Dass jene, die in der Justiz tätig sind, rechtschaffen arbeiten, damit das Unrecht dieser Welt nicht das letzte Wort hat.

August
Wertschätzung der Familien
Dass der Familienalltag durch Gebet und liebevollen Umgang immer deutlicher eine „Schule menschlicher Reife“ wird.

September
Schutz der Ozeane
Dass Politiker, Wissenschaftler und Ökonomen zusammenarbeiten, um die Weltmeere und Ozeane zu schützen.

Oktober
Aufbruch in der Kirche
Dass der Heilige Geist einen mutigen missionarischen Aufbruch in der Kirche entfacht.

November
Dialog und Versöhnung im Nahen Osten
Dass im Nahen Osten, wo unterschiedliche religiöse Gemeinschaften den gleichen Lebensraum teilen, ein Geist des Dialogs, der Begegnung und der Versöhnung entsteht.

Dezember
Perspektiven für die Jugend
Dass jedes Land eine gesicherte Zukunft der Jüngsten – besonders derer, die Leid tragen – zur Priorität erklärt und dementsprechend die notwendigen Schritte unternimmt.

Kontakt

P. Michael Zacherl SJ

Postanschrift: Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 1, 1010 Wien
Telefon: 01 5125232-37
E-Mail: michael.zacherl@jesuiten.org

10 + 9 =