JESUITEN IN
GRAZ

Die Grazer Jesuiten wohnen im John Ogilvie-Haus. Die erste Niederlassung der Jesuiten in Graz wurde 1573 eröffnet. Nach mehreren Unterbrechungen sind die Jesuiten seit 2007 wieder in der Stadt präsent. Die Jesuiten arbeiten in der Gefängnis- und Krankenhausseelsorge, in der Katholischen Hochschulgemeinde sowie als Spiritual im Priesterseminar.

Kontakt

Zinzendorfgasse 3, 8010 Graz
0043 (0)316 908400-13
albert.holzknecht@jesuiten.org

Superior:
P. Albert Holzknecht SJ

Hl. Messen

Freitag um 7:15 Uhr (während der Vorlesungszeiten)
Hauskapelle des John-Ogilvie Hauses (Zinzendorfgasse 3, Zugang über den Garteneingang = von der Zinzendorfgasse die Stiegen zur Leechkirche hinauf und nach dem Gartentor nach rechts wenden).

Sonntag um 11:00 Uhr (meist mit P. Albert Holzknecht SJ)
St. Leonhard
 (Leonhardplatz 14)

Hl. John Ogilvie

John Ogilvie (auch: Ogilvy, Ogilbie, Ogilby) wurde um das Jahr 1580 in Schottland geboren, wahrscheinlich in der Grafschaft Banff. Über seine Kindheit ist nichts bekannt. Als Calvinist erzogen, brach er 1592 zu einer Bildungsreise auf den Kontinent auf. Obwohl er 1596 noch immer protestantisch war, bat er um Aufnahme in das schottische Kolleg, das sich zu der Zeit im niederländischen Louvain befand. Zu seinen Lehrern gehörte auch der als Exeget herausragende Jesuit Cornelius a Lapide. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten musste das Kolleg vorübergehend geschlossen und die Schüler auf andere Schulen aufgeteilt werden. Ogilvie sollte nach Regensburg zu den Benediktinern übersiedeln, aber es ist nicht gesichert, ob er dort Aufnahme fand. Jedenfalls studierte er 1599 im Jesuitenkolleg von Olmütz (heute Olomouc in der Tschechischen Republik). In dieser Stadt trat er zum katholischen Glauben über und fasste auch den Entschluss, in die Gesellschaft Jesu einzutreten.

Nach seinem Noviziat in Brünn (heute Brno) legte Ogilvie 1601 seine ersten Gelübde ab. Danach studierte er bis 1606 Philosophie in Graz an der von den Jesuiten geleiteten Universität. Anschließend unterrichtete er an den Gymnasialkollegien des Ordens in Neuhaus (Jindrichuv Hradec/ Tschechien) und in Wien. 1609/10 studierte er Theologie in Olmütz und wurde dann in Paris Ende 1610 zum Priester geweiht.

Obwohl es sein Herzenswunsch war, in sein Heimatland zurückzukehren, um den bedrängten Katholiken beizustehen, gab der Generalobere diesem Wunsch angesichts der Gefährlichkeit einer solchen Tätigkeit längere Zeit nicht statt. Ogilvie verbrachte daher zunächst drei Jahre im französischen Rouen als Studentenseelsorger. Erst 1613 erhielt er den Auftrag des Generaloberen P. Aquaviva, mit einem Mitbruder nach Schottland zu reisen.

Als Pferdehändler verkleidet, konnte er trotz strenger Kontrollen im November 1613 in Leith in der Nähe von Edinburgh an Land gehen. Ein Jahr lang zog Ogilvie umher, besuchte Katholiken und ihre Familien, feierte die Messe, hörte die Beichte und besuchte sogar wegen ihres Glaubens Eingekerkerte in den Gefängnissen. Im Oktober 1614 wurde er in Glasgow von Adam Boyd an den protestantischen Erzbischof John Spottiswoode verraten. Ogilvie wurde in den Kerker geworfen, doch verriet er trotz mehrmaliger Verhöre auch unter Folter die Katholiken nicht, die er seelsorglich betreut oder die ihm geholfen hatten. In Glasgow und Edinburgh fünfmal vor ein Sondergericht gestellt, wurde er – da er den König nicht als Oberhaupt der Kirche anerkannte – wegen Hochverrats zum Tod verurteilt und am 10. März 1615 öffentlich hingerichtet.

P. John Ogilvie wurde 1929 von Papst Pius XI. selig- und 1976 von Papst Paul VI. heiliggesprochen.

Sein Andenken wird in Österreich am 14. Oktober gefeiert.