IGNATIANISCHE
SPIRITUALITÄT

Ignatius selbst nennt sich in seiner Autobiographie schlicht „der Pilger“. Das Prinzip des Unterwegsseins, des Wachsens und Lernens, ist ein Grundzug der ignatianischen Spiritualität. Auf diesem Weg soll es gelingen, mit Spannungen und Gegensätzen fruchtbar leben zu lernen.

Sie ist eine Spiritualität der Dankbarkeit. Ignatius erlebte sich zutiefst als beschenkt. Er machte die Erfahrung, dass der Mensch mit seiner Gebrochenheit von Gott geliebt und durch Jesus Christus erlöst ist. Auf diese Erfahrung wollte Ignatius mit seinem Leben großherzig antworten.

Ignatianische Spiritualität ist weltfreundlich. Ignatius hat sich nicht aus der Welt zurückgezogen, sondern war in ihr als Werkzeug Gottes höchst aktiv. Er wollte Gott in allen Dingen suchen und finden. Sein Ziel war es, in allem Tun mit Gott innerlich verbunden und auf das göttliche Geheimnis ausgerichtet zu sein. Alles zur größeren Ehre Gottes ist das Motto der Jesuiten.

Ignatianische Spiritualität ist eine Spiritualität der Freiheit, der Unterscheidung und Entscheidung. Ignatius will den Menschen in die Freiheit führen, damit er verantwortet wählen und entscheiden kann. Er ist überzeugt, dass Gott selbst in jedem Menschen wirkt. Deshalb soll er auf die inneren Regungen achten und sie unterscheiden, welche zu Gott führen und welche nicht.

Ignatianische Spiritualität ist immer kirchlich. Sie nimmt den Menschen in seiner Individualität ernst. Gleichzeitig betont sie, dass Gott durch die Gemeinschaft der Glaubenden wirkt und die Kirche der Ort ist, wo unser persönlicher Glaube an Jesus Christus wachsen und lebendig bleiben kann.

Ignatianische Spiritualität ist eine Mystik des Dienstes. Die „Geistlichen Übungen“ wollen einen „Menschen für andere“ formen, wie es dem Lebensmodell Jesu entspricht.