Jesuiten in
Linz

In Linz betreiben die Jesuiten Seelsorge am sogenannten „Alten Dom“. Tägliche Gottesdienste und Angebote zur Aussprache und zum Sakrament der Versöhnung  gehören zum Programm. Außerdem begleiten die Jesuiten von Linz viele Exerzitienkurse und sind in der Schul- und Krankenhausseelsorge aktiv. Drei Jesuiten leben in Steyr und wirken an der dortigen Marienkirche.

Kontaktdaten Linz

Domgasse 3, 4020 Linz
0043 (0)732 770866-0
ignatiuskirche-linz@jesuiten.org

Superior:
P. Peter Gangl SJ

Kontaktdaten Steyr

Grünmarkt 1, 4400 Steyr
0043 (0)7252 53129
marienkirche.steyr@dioezese-linz.at

Kontaktperson:
P. Paul Mühlberger SJ

Geschichte der Jesuiten in Linz

Bis zur Aufhebung 1773

Linz war gegen Ende des 16. Jahrhunderts beinahe zur Gänze protestantisch. Die habsburgischen Landesherren wünschten – vor allem auch wegen der Bedeutung dieser Stadt für die Nachbarländer – eine katholische Reform und daher eine Jesuitenschule. 1608 wurde diese mit 10 Knaben eröffnet, 1612 war sie bereits zu einem Kolleg geworden. 1628 wurde für mittellose Kinder ein Armenkonvikt des hl. Ignatius gegründet. 1669 bis 1674 fanden bedeutende Erweiterungsarbeiten statt, und durch einen vollständigen Kurs der Philosophie mit Physik und Mathematik sowie Lehrstühle für Moraltheologie, Kirchenrecht und Kontroverstheologie wurden auch akademische Studien möglich. 1678 wurde die Ignatiuskirche feierlich geweiht (nach der Aufhebung der Gesellschaft Jesu diente sie als Dom der 1785 errichteten Diözese Linz; nachdem Bischof Rudigier einen [Neuen] Dom errichtet hatte, übergab die Diözese sie 1909 wieder den Jesuiten – aufgrund dieser Geschichte wird sie oft als „Alter Dom“ bezeichnet).

1710 wurde das Nordische Seminar oder Collegium Nordicum eröffnet, das für Adelssöhne aus den skandinavischen Ländern und dem protestantischen Norden Deutschlands bestimmt war und durch Papst Klemens XI. sehr gefördert wurde. Mit Hilfe von kaiserlichen Stiftungen und Spenden anderer Wohltäter war 1712-16 ein Ausbau mit Errichtung einer eigenen Kirche möglich.

Die unter Kaiser Karl VI. und Maria Theresia einsetzenden Schulreformen führten zur Einrichtung eines physikalischen Kabinetts, einer Münzsammlung, zur Errichtung einer neuen Bibliothek und eines Neubaus für Theaterdarbietungen. Die Arbeit der Jesuiten galt hauptsächlich der Schule, daneben widmeten sie sich aber auch der Seelsorge in den Kirchen der Stadt, hörten Beichte, hielten Exerzitien sowie zuweilen Missionen in der Umgebung, und leiteten die Marianischen Kongregationen.

Nach der Wiedererrichtung 1814

In der neueren Geschichte der Gesellschaft Jesu wurde Linz der Sitz einer der ersten Niederlassungen des Ordens. Von Erzherzog Maximilian von Österreich-Este erhielten die Jesuiten 1837 den Festungsturm auf dem Freinberg oberhalb von Linz mit dem neu erbauten sogenannten Maximilianskirchlein. Dort entstand nach dem Ausbau des Turms eine Studienanstalt für Philosophie für die Studenten des Ordens , die jedoch 1848 der Revolution zum Opfer fiel. 1851 erhielten die Jesuiten nach ihrer neuerlichen Rückkehr die Anlagen zurück und richteten dort – da die Scholastiker zu dieser Zeit nicht in Österreich studierten – , ein bischöfliches Knabenseminar ein, das bis zur Gründung des Petrinum 1897 bestand und den größten Teil des Linzer Klerus heranbildete. Neben dem Turm wurde 1854 ein eigenes Gebäude für das Internat und die Schule errichtet, wobei wieder Erzherzog Maximilian die Jesuiten unterstützte. Nach zeitweiliger Verwendung als Wohnung für Missionare und Tertiatshaus (1900-1912) wurde die Anstalt eine Apostolische Schule für Missionsberufe (Aloisianum), die sich blühend entwickelte.

Im September 1938 wurde das Kolleg abermals aufgehoben und die Gebäude vom Militär besetzt. Nach Beendigung des Krieges fanden bis 1946 Flüchtlinge Aufnahme im Haus, bevor die Jesuiten es wieder übernehmen konnten. 1959 erhielt das Gymnasium das Öffentlichkeitsrecht, ab dem Beginn der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurden auch halbinterne Schüler aufgenommen und das Internat langsam abgebaut, mit Ende des Schuljahres 1991/ 92 wurde die Schule einem Trägerverein übergeben. Die benachbarte Maximilianskirche wird aber weiter von einem Jesuiten betreut.

Als nach Vollendung des Neuen Domes in Linz die alte Jesuitenkirche frei wurde, übergab der Linzer Bischof sie den Jesuiten.